Auszug aus der Erläuterung des Wettbewerbsbeitrags:
Das gelbe Band
Schon von Weitem sind die markanten selengelben Türme des Instituts für Chemie und Biochemie unverkennbar. Die Epoche, in der dieses Gebäude geplant und realisiert wurde, steht geradezu uneingeschränkt für die sichere Erwartung einer glänzenden Zukunft, die durch wissenschaftlichen und technologischen Fortschritt ermöglicht wird.
Natürlich prägte diese Zukunftserwartung auch den architektonischen Ausdruck der Baulichkeit.
Vor dem Haupteingang wurde in der Folgezeit eine sehr reduzierte und nüchtern erscheinende, kinetische Skulptur von Henner Kuckuck platziert. Zumindest in der Rückschau lässt sich diese Skulptur bereits auch wie ein relativierendes Zeichen lesen.
Gemessen an den Vorstellungen der Zeit um 1970 findet die gegenwärtige Sanierung des Gebäudes in einem deutlich veränderten kulturellen Klima statt. Das Gebäude wird – wohl auch als Konsequenz dessen – künftig glatter und von außen geschlossener erscheinen.
Glücklicherweise bleiben aber die gelben Türme und die Plastik von Henner Kuckuck vor dem ehemaligen Haupteingang erhalten.
In Fortsetzung des Diskurses zwischen Architektur und Skulptur wird mit der vorgeschlagenen Plastik vor dem neuen Haupteingang, die Formensprache und Farbstellung der Skulptur von 1980, sowie der Türme des Gebäudes aufgenommen.
Die Form der kinetischen Skulptur und der gelben Türme wird auf diese Weise direkt zitiert.
So wie sich die äußere Geschlossenheit der Skulptur von Henner Kuckuck formal in einen Gegensatz zu den offenen Balustraden der Ursprungsbaues setzen, so wird der neuen Glätte der Fassaden, wiederum analog als Gegenrede, eine zerklüftete Form gegenübergestellt.
Diese Zerklüftung beschreibt dabei gleichzeitig eine komplexe Forschungslandschaft, die erst durch die Vielschichtigkeit ihrer Ansätze den gegenwärtigen kulturellen Ansprüchen gerecht wird.
Objektbeschreibung:
Die Form der Skulptur bildet sich aus sechs, vielfach gefalteten Stahlbändern.
Die Faltungen folgen hierbei natürlich konsequent den technischen und logischen Bedingungen eines jeweils durchgehenden Bandes. In ihrer Gesamtheit bilden diese Stahlbänder die Oberfläche eines Turmes mit etwa quadratischen Querschnitt nach.
Material: Edelstahlband mit einer Breite von 60 cm, einer Bandstärke von 1,4 cm
Oberfläche: Fünf Bänder haben eine polierte Edelstahloberfläche.
Ein Band soll mit einer Pulverbeschichtung farblich an die Gebäudetürme angepasst werden.
Die Basis: Die Basis der Skulptur soll als Betonsockel im Format (L x B x H): 200 x 200 x 176 cm, und einer halbseitig umlaufenden Sitzgelegenheit gebildet werden.
Gesamtdimension der Skulptur: Die Höhe beträgt ab der OK der Sitzbank 14,5 Mtr.
Da die Skulptur im Senkgarten platziert wird, ist die effektive Höhe ab +/- 0.00 etwa 10 Mtr.
Turmgrundriss: 2,3 x.2,5 Mtr.



