Kategorie: Entwicklung

  • Konturlinien von Objekten

    Acrylglas Objekte

    Mit kleineren Formaten ist auch die Vorstellung verbunden sich einen anderen Interessentenkreis zu erschließen. Dieser Vermutung folgend wurden die Objekte kleiner. Die Käuflichkeit der Kunst wird bei diesen Objekten durch direkte Anleihen in der Welt der Konsumwaren noch unterstrichen: der weiße Pappkarton der Umverpackung ist gleichzeitig auch der Sockel für das Objekt. Die Befestigung der Plastiken auf ihrem Sockel wird durch eine tiefgezogene Bilsterverpackung ermöglicht. Alternativ kann das Objekt – dies ist die „freie Wahl“ des potentiellen Kunstkäufers – auch auf einem grau eingefärbten Marmorgips-Sockel positioniert werden.
    Bei der visuellen Wahrnehmung werden letztlich werden alle Körper nur durch ihre Oberflächen erkannt. Licht, Schatten, Strukturen auf der Oberfläche und kennzeichnende Linien ermöglichen dem Auge ein mentales Abbild des Objektes zu generieren.

    Zur Beschreibung eines Körper wird hier mit farbigem Acrylglas eine durchgängige Linie aufgelegt. Wird dieser Körper anschließend entfernt, bleibt die Linie als Objekt im Raum stehen.
    Aus Volumen wird Luft, Vorne und Hinten verliert an Deutlichkeit, einfache Objekte wie eine Schale oder ein Kubus werden ein visuelles Rätsel.

    Schale ca. 15 x 15 x 5 cm (Acrylglasstreifen) auf einem Sockel aus Modellgips ▲ mit Blisterumverpackung als „Präsentationsalternative“ ►
    2x Kubus ca. 12 x 12 x 12 cm; (Acrylglasstreifen) auf einem Sockel aus Modellgips jeweils mit Blisterumverpackung als „Präsentationsalternative“ ▲+ ►

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  • Zeichnen mit der Kreissäge

    Acrylglas Bilder – Zeichnen mit der Kreissäge

    Die Bildplatten kehren diesen Vorgang bedingt um.

    Bei den vorangegangenen Acrylglas-Objekten wird ein Körper durch hinzugefügte Oberflächenlinien beschrieben. Hierdurch entsteht ein Formzusammenhang der letztlich den Ursprungskörper referenziert.
    Bei diesen Bildplatten entsteht die Form oder die Bildzeichen in dem die Linien aus dem Körper entfernt werden. Als Zeichenstift wurde hier ein Kreissäge verwendet, dadurch gräbt sich der Strich in die Acrylglasplatte ein und die zweidimensionale Linie gewinnt körperliche Dimensionen. Über- und untereinander gelegte Striche zeigen bei gerichteter Beleuchtung durch den entstehenden Schattenwurf Raumtiefe im Bild.

    Acrylglas mit farbig ausgelegten Kreissägeschnitten; Format der Bildplatten: 50x 50 cm

    Die Formensprache sucht sehr freie Assoziationen an die frühzeitliche Bilderschrift der Sumerer. Zeichenelemente aus diesem Formrepertoire wurden kombiniert und übereinandergelagert.

    Darstellung einiger Elemente der Bilderschrift der Sumerer (entspr. G.A.Barton und E.Unger Leipzig 1929) nach Adrian Frutiger – „Der Mensch und seine Zeichen“ ISBN 3-925037-39-X

  • Drahtskulpturen

    Drahtskulpturen

    Diese Drahtfiguren sind ursprünglich aus einer sehr einfachen Übung entstanden. In jedem Hotel in Nordamerika bin ich einfachen Kleiderbügeln aus PVC-beschichtetem Draht begegnet. Die selbst gestellte Aufgabe lautete schlicht: Forme in jedem Hotel aus einem einzigen durchgängigen Kleiderbügeldraht eine räumliche Figur.
    Die formale Herausforderung ergibt sich aus der Problematik, dass das Objekt natürlich seine Charakteristik von allen Seiten entfalten soll.

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  • Ballett für 32 Kondome

    Kondom-Maschine – „das Ballett für 32 Kondome“

    … gleichzeitig ist das Material zwar in den unterschiedlichsten Situationen ungeheuer nützlich, aber es wäre wohl am besten wenn es seinen Zweck unsichtbar erfüllen würde.
    Das Kondom – der umgangssprachliche Pariser – ist so ein Produkt. Mitte der achtziger Jahre wurde das kleine Objekt, im Rahmen der grassierenden AIDS-Erkrankungen, aus seiner Existenz im Halbschatten plötzlich als Problemlöser in die Mitte der gesellschaftlichen Aufmerksamkeit katapultiert.

    Die Transformation von „ja, die Dinger gibt es“ zum „Maß und Muss“ im geschlechtlichen Treiben wurde logischerweise durch eine kulturelle und künstlerische Aufwertung begleitet.
    Das „Ballett für 32 Kondome“ war so ein Versuch.
    Dieses Ballett hat eine gewisse Aufmerksamkeit hervorgerufen, aber die notwendige finanzielle Unterstützung für die erhoffte Breitenwirkung blieb dem Projekt verwehrt. Interessanterweise auch durch einen sehr weitsichtigen Einwand des größten Produktherstellers in Deutschland: „Man fürchte dass die Verknüpfung des Produktes mit AIDS nach der Überwindung der Krankheitsbedrohung zu einer Ablehnung des Produktes führen könnte.

    Szenen aus einem Kurzfilm zu einem verfremdeten Opernfragment aus „Die Trojaner“ von Hector Berlioz ◄ + ▼

  • Aufblasbare Skulpturen

    Aufblasbare Skulpturen

    Zur Wahrnehmung von Kunststoffen:
    Im Grunde ist die Ausdrucksmöglichkeit von Kunststoffen fast grenzenlos -eben nur fast: Die alltägliche Verwendung kennzeichnet die Materialgruppe als kurzlebig und während die Mehrzahl der natürlichen Materialien mit dem Alter schöner wird, versprödet Kunststoff: er wird rissig, matt, ist nicht UV-stabil und verliert häufig die Eigenschaften, die ihn eigentlich auszeichnen.
    Dies gilt nicht für alle Kunststoffe in gleicher Weise – aber es prägt die Wahrnehmung des Materials.
    Das Zeug wird hässlich und ist nicht werthaltig und mittlerweile gibt es jetzt auch noch das fatale „Umweltschädlichkeits-Stigma“
    Formal lassen sich mit Kunststoffen Zustände darstellen die durch Leichtigkeit, Brillianz, Transparenz und Elastizität gekennzeichnet sind.
    Folien sind ein typisches Halbzeug aus Kunststoff – es lag also nahe diese Folien auf ihre Verwendbarkeit in künstlerischen Zusammenhängen zu untersuchen.
    Anlässlich einer Ausstellung der Skulpturen wurde von einem Kritiker „eine gefährliche Nähe zu Kaufhaus-Schaufensterdekoration“ attestiert. …. na ja.

    ◄ PVC-Folie mit Tuschemarkierungen und Acrylfarbe teilweise aufgeblasen
    ca. 100 x 120cm

    ▲ glasklare PVC-Folie mit Tuschemarkierungen, aufgeblasen ca. 160 x 160 x 40 cm

    PVC-Folie mit
    Tuschemarkierungen u.
    Tuschefüllungen
    2x Ø 60, H 60cm ►

    ◄ glasklare PVC-Folie mit Acrylfarbe, partiell aufgeblasen
    ca. 160 x 200 cm

    Rauminstallation PVC-Folie aufgeblasen
    ca. 240 x 240 x 600 cm ►




  • Konkrete Fragen

    Versuche im Gestrüpp der Fragen

    (…) im allgemeinen muss man akzeptieren, dass ein gezielter Steinwurf den Plastiken aus Keramik ein Ende setzt. (…)

    Die Anerkenntnis dieses Problems führt zu unterschiedlichen Lösungsansätzen:
    • Eine Lösung ist es mit anderen Materialien zu experimentieren,
    • eine andere Lösung ist es nach anderen Ausdrucksformen zu suchen.
    • Große Skulpturen erfordern außerdem in der Regel auch große Ressourcen und wenn die nicht zur Verfügung stehen ändert sich der Schaffenshorizont fast zwangsläufig.

    Recht offensichtlich haben sich für mich zu diesem Zeitpunkt eine Reihe von Schwierigkeiten aus unterschiedlichen Richtungen artikuliert.
    Das Material meiner Präferenz ist in seiner Verwendungsmöglichkeit begrenzt.
    Die lange Tradition von seiner Verwendung liefert einerseits einen sicheren Akzeptanzrahmen aber neben den technischen Grenzen eben auch Begrenzungen die in der gesellschaftlichen Wahrnehmung des Handwerks begründet sind.

    Begriffe wie gemütlich, handgemacht, hübsch und romantisch liegen bei Keramik nahe und begründen eine Widerspenstigkeit gegen intellektuelle Ausbruchsversuche.

    Versuche wie zum Beispiel Ziegel mit Drähten statt mit Mörtel zu verbinden werden in diesem Zusammenhang nicht wirklich als sinnvoll betrachtet

    ◄ + ▲ „Die große Faltung“ Modell für eine Skulptur als Wettbewerbsbeitrag
    ◄ + ▲ Versuch zu einer beweglichen Skulptur
    HxBxT: ca. 175 x 65 x 29 cm ▲








    ◄+▲ HxBxT: ca. 170 x 65 x 24 cm
  • Der Elefant

    Der Elefant

    Durch einen glücklichen Umstand bin ich auf ein Arbeitsangebot in Kathmandu gestoßen. Der Einsicht folgend dass der Mensch (also ich) von etwas leben muss, habe ich mich für diese Tätigkeit beworben – ein wenig Abenteuerlust und Neugierde war wohl auch ein Teil des Reizes.
    Nachdem alle Rahmenbedingungen für die angestrebte Tätigkeit von mir erfüllt wurden, hat mir die damalige GTZ die Möglichkeit gegeben für ein Jahr in Nepal zu arbeiten.
    Der Arbeitsauftrag bezog sich überwiegend auf die Mitarbeit am Aufbau einer Ausbildungseinrichtung für Keramiker und die Entwicklung von Konzepten und technische Verfahren die vor Ort umgesetzt werden konnten.
    Neben der eigentlichen Projektarbeit habe ich meinen nepalesischen Mitarbeitern angeboten, gemeinsam mit ihnen eine große Skulptur nach ihrer Wahl auf dem Gelände der zukünftigen Schule in Bhaktapur zu realisieren.

    Ihre Wahl ist auf einen lebensgroßen Elefanten gefallen.
    Ohne Kenntnis von keramischen Prozessen mag es nebensächlich erscheinen – für die keramische Praxis ist es allerdings recht spektakulär:
    Es wurde entschieden den Elefanten in einer Größe von etwa 3 mtr. Höhe und einer Gesamtlänge von etwa 4 Metern in einem Stück ohne Teilungen herzustellen und entsprechend direkt am Ort zu brennen.
    Dieses „sehr eigenwillige“ Verfahren findet sein Vorbild in Tamil Nadu an der Südspitze Indiens.

    Vermutlich hat die Plastik letztlich den Witterungsumständen in Kathmandu Tal nicht sehr lange standgehalten.
    Wirklich wichtig war bei diesem in jeder Hinsicht außerordentlichen Projekt der identitätsstiftende Charakter der Gemeinschaftsaufgabe.

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  • Die Figuration

    Skulpturen: Die Figuration

    Ganz zweifelsfrei gibt es Objekte für die sich Menschen zu jedem Zeitpunkt interessieren: Sich selbst und ihre Artgenossen.
    Mit dieser Neigung unterscheiden wir uns durch nichts vom Affen, vom Wellensittich und keinem anderen Lebewesen.
    Noch in den aberwitzigsten Darstellungen sind wir bereit nach uns zu forschen und uns bzw. unsere Neigungen zu erkennen. Diesem Gedanken folgend wurden aus maschinell gefertigtem Halbzeug (hier extrudierte Rohre mit quadratischem Querschnitt) filigrane Formen erstellt die etwa menschliche Größe haben und derer Gliederungen an die menschliche Proportionen angelehnt sind.
    Obwohl diese Figuren strikt nach formalen Kriterien entwickelt wurden und ich sehr genau weiß wie und warum diese Objekte entstanden sind, gibt es für mich selbst keinen Moment in dem ich nicht menschliche Zusammenhänge erkennen würde.

    Die Figuren wurden aus Steinzeugton mit beigemengten Polyamid-Fasern hergestellt.
    Die Faser stabilisiert die Struktur nur während der Herstellung. Beim Brand wird die PA-Faser zerstört.
    Die Zerbrechlichkeit dieser Plastiken ist unverkennbar und mit Sicherheit wird keines dieser Objekte
    noch existieren

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  • Landmarken

    Skulpturen als Landmarken

    Die Form/Inhalt-Diskussion, also die Idee des gegenstandsfreien künstlerischen Ausdrucks im Gegensatz zur Idee der visuellen Kommunikation ist eine allgegenwärtige Frage in der ästhetischen Debatte der 70iger und 80iger Jahre.
Die Fragen nach dem Zusammenhang von Inhalt und Form, die Frage nach Kunst und Bedeutung, von Kommunikation und Medien sind zu jedem Zeitpunkt die zentralen Themen für mich. In jeder Hinsicht bin ich erkennbar ein Teil meiner Generation.
Mit dieser Gruppe von Skulpturen wurde postuliert dass die formale körperliche Erscheinung der Objekte nicht über sich hinaus weist. Dass es keinen wie auch immer gearteten Inhalt gibt der etwas anderes referenziert als das Objekt selbst. Kunstwerke erfüllen nicht die elementaren Voraussetzungen für Kommunikation. 
Es besteht keine Übereinkunft hinsichtlich der Bedeutung der Zeichen zwischen Kunstproduzent und Rezipient. Obwohl dieser Zusammenhang im strengen Sinne tatsächlich nicht gegeben ist wird vom Sender (dem Produzenten des Werks) wie vom Rezipienten (dem Betrachter des Werks) Bedeutung, Sinnzusammenhänge, Assoziationen und wertende Erklärungen in das Objekt hineingelegt. Nur eben von jedem was er/sie für wichtig und bedeutsam erachtet. In diesem Sinne kann das Kunstobjekt die Vorstellungen vom Künstler wie vom Betrachter spiegeln und entsprechend unter Umständen auch völlig unterschiedlichen Wahrnehmungen bedienen. Selbstverständlich können diese Wahrnehmungen in Teilen identisch sein oder (auch diese Option gibt es natürlich) beim Betrachter schlicht nichts auslösen.


    Der Verständnisrahmen bzw. das kommunikative Potential eines Kunstwerkes wird allerdings um so größer die kulturelle Schnittmenge zwischen Produzent und Betrachter ist. 
Dieser Logik folgend wurden diese Skulpturen zur Sinnbesetzung freigegeben. Ob hier nun jemand die eigene Oma erkennt oder das Schwert der Nibelungen, ….. dann soll es halt so sein.
 Die Idee war also, dass diese Objekte als Landmarken herumstehen und von den Betrachtern als Zeichen für ihre eigene Gedankenketten am spezifischen Ort erlebt werden.

    Sehr schön … vielleicht auch schlüssig. 
Auf jedem Fall wird damit der Sinnfrage ein Stopp-Schild vor die Nase gesetzt. 

    Wurde damit nun etwas gewonnen? – Vermutlich nicht.

  • formale Gliederungen

    Skulpturen:
    Die Untersuchung formaler Gliederungen

    In erster Linie sind diese Figurengruppen wohl als formale Übungen zu verstehen die unter einen thematischen Zusammenhang gestellt wurden um auf dieser Grundlage die Wirkung von Volumen und Lineatur sowie das Verhältnis von Licht und Schatten konkret zu untersuchen.

    • Die Maße: jeweils ca. 60 x 60 x 40 cm
    • Material: unglasiertes Steinzeug
    • Die Oberfläche wurde vor dem Brand mit Braunstein (Manganoxid) behandelt

  • zum Thema Relief

    ….. zum Thema Relief

    formale Untersuchungen:
    Diese ersten Arbeiten sind im Rahmen einer kunsthandwerklichen Berufsausbildung entstanden und sind daher wohl einfach als formale Übungen zu verstehen. Dies bezieht sich zunächst auf den Umgang mit dem Material und auf die unterschiedlichen Bearbeitungstechniken. De facto sind diese Prozesse so komplex dass man Jahre mit ihrer Aneignung verbringt.

    Selbstverständlich teilt sich die Zunft bereits auf der Verfahrensebene in unterschiedliche Positionen.

    • Die traditionell handwerkliche Bearbeitungsform
    • die manufakturelle und natürlich
    • die industrielle Bearbeitung.

    Mit den auf diesen unterschiedlichen Grundlagen entstehenden Produkten werden Wirkungen erzielt und Zusammenhänge formuliert, die weit über die reine Materialverarbeitung hinausweisen. Dies gilt gleichermaßen auf ästhetischer wie auf sozialer Ebene. In Industrieländern ist handwerkliche Arbeit pro Stück notwendigerweise ungleich treuerer als industriell gefertigte Waren.
    Neben der technischen Behandlung des Materials, neben den formalen Aspekten der physikalischen Realität, ergibt sich spätestens wenn die Ebene des reinen Gebrauchsgegenstandes verlassen wird die Frage ob, und wenn ja, was denn nun mit dem Medium gesagt werden soll und kann.


    Steinzeug, HxB ca. 60 x 40 cm

    glasierte Irdenware, HxB ca. 250 x 220 cm

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